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Band 56
Dörfliches Überleben
Zur Geschichte materieller und sozialer Reproduktion ländlicher Gesellschaft im 19. und frühen 20. Jahrhundert

Dörfliches Überleben: wie reagieren Dörfer und Dorfbewohner auf die massiven gesellschaftlichen und wirtschaftlichen Veränderungen seit dem Beginn der Industrialisierung? Wolfgang Kaschuba und Carola Lipp sind dieser Frage mit detaillierten Quellenstudien in einem schwäbischen Dorf nachgegangen. Wolfgang Kaschuba untersucht, in welchen Brechungen und mit welchen charakteristischen Akzenten das Dorf die wirtschaftlichen Anstöße übernimmt und umformt; Carola Lipp geht mit dem präzisen Instrumentarium der Demographie der Veränderung der Familienstrukturen nach. In beiden Feldern weisen die Befunde in die gleiche Richtung: Das Dorf überlebt, indem es sich immer wieder auf seine bäuerliche Substanz zurückzieht, indem es also „überlebte“ Strukturen verfestigt – auch in politischer Hinsicht. Dies gilt für die Orientierung am bäuerlichen Nebenerwerb, der oft genug Haupteinnahmequelle bleibt, gilt aber auch für Partnerwahl und generatives Verhalten.
Das ist ein Ergebnis, das exemplarischen Charakter hat und das sicherlich weitgehend für die dörfliche Entwicklung in Deutschland in Anspruch genommen werden darf. Der Nationalsozialismus (mit dessen Eingriffen der historische Abriss endet) machte sich diese Tendenz zunutze; mit seinem „Zurück zur Scholle“ spielte er den Dörfern eine Melodie vor, die schon vorher alle Veränderungen übertönt hatte.

1982. – XI, 642 S. – Zugl.:
Tübingen, Univ., Diss., 1983

ISBN: 3-925340-28-9

Preis: vergriffen

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